Ja, ich habe schon länger nicht mehr gebloggt, ich weiß. Natürlich könnte ich nun einige Punkte wie "schwere Krankheit", "zuviel Arbeit", etc. vorschieben, aber das würde selbst auf mich wie eine Ausrede wirken und zum anderen ist es letztendlich doch auch egal.
In meiner Blogpause habe ich einige Spiele durchgespielt. Eines davon war "Duke Nukem - Critical Mass", welches für den Nintendo DS erschien. Ich hab mir das Spiel direkt bei Erscheinen gekauft um mich auf "Duke Nukem Forever" vorzubereiten ohne irgendwelche Tests abzuwarten. Hätte ich dies lieber mal getan, denn Gamerankings sagt mir momentan etwas von 38,80%.
Schon 2008 als Teil einer Trilogie angekündigt, sollte das Spiel dann 2010 für Nintendo DS und Playstation Portable kommen, woraus 2011 doch nur ein einzelner Titel für den DS wurde. Während der PSP-Titel ein 3D-Shooter werden sollte, sollte sich die DS-Variante an "Duke Nukem: Manhattan Project" orientieren, was letztendlich dazu geführt hat, dass ich zugegriffen habe, denn Manhatten Project hat mir sehr gut gefallen und so viel kann man hier doch eigentlich gar nicht falsch machen, oder? Denkste...
Die Grafik ist weit unter dem, was auf dem Nintendo DS möglich ist. Ich würde sogar behaupten, dass das Spiel grafisch auf der Vorgängerkonsole, dem Gameboy Advance, möglich gewesen wäre. Zu Zeiten, wo schon der Nachfolger des Nintendo DS auf dem Markt ist, ist das eigentlich alles andere als akzeptabel. Die Animationen sind stocksteif. Wenn die Spielfigur z.B. die Pipebombs wirft, so sieht das doch sehr lächerlich aus.
Der Sound ist soweit in Ordnung. Nichts besonderes, aber es gibt viele Sprüche vom Duke, die das ganze doch herausreissen.
Gameplay? Schrecklich! Man sieht kaum etwas – der Bildschirm ist schlichtweg zu klein. Man kann mit den Schultertasten der portablen Konsole die Kamera etwas nach links und rechts neigen, jedoch bringt das meistens auch nichts. Da gibt es aber einfach einen Trick: Schiesst ins Leere. Selbst wenn ein Gegner gut 2 Kilometer entfernt ist, so hört ihr, wenn er getroffen wird, seine Schreie und ihr könnt ihn so auch töten noch bevor er euch angreift. Falls doch mal ein Gegner in der Nähe ist: Bücken! 90% aller Angriffe lassen sich so abwehren und man kann bequem in der Hocke alle töten.
Die Waffen zu wechseln ist eine Kunst für sich. Auf dem Touchscreen sieht man immer nur ein paar Icons der vorhandenen Waffen, nie alle. Durch antatschen darf man manchmal die Waffe wechseln, das geht jedoch nicht immer. Wenn die Waffe gewechselt wurde scrollen weitere Icons an. Ein paar mal bin ich gestorben, weil die angezeigten Waffen alle keine Munition mehr hatten und ich somit nicht zu den nicht sichtbaren Waffen mit Munition wechseln konnte. Ob es noch andere Möglichkeiten gibt zu wechseln weiß ich nicht. Das ist bezeichnend: Ich habe das Spiel durchgespielt und komme immer noch nicht mit dem zurecht, was permanent auf dem unteren Bildschirm angezeigt wird.
Aber apropos Knarre: Jedesmal, wenn man auf eine Leiter klettert, nimmt Duke wieder automatisch die einfachste Schußwaffe. Nun könnte man argumentieren, dass er das macht, weil er dafür ja beim Klettern nur eine Hand aufwenden kann, aber es gibt ja noch genug andere Ballermänner für die er nur eine Hand nutzt.
Zwischendurch gibt es noch andere Abschnitte, wie die Jetpack-Levels. Hier sieht man Duke aus der Vogelperspektive und die Gegner scrollen von oben nach unten herunter. Bevor man zu dem Abschnitt kommt, wird einem noch die Steuerung erklärt. Bitte ignoriert das. Denn das, was einem hier angezeigt wird ist schlichtweg falsch. Probiert selbst die Tasten aus und schon kommt ihr weiter, ansonsten ist das ein unmögliches Unterfangen.
Dann gibt es noch die Bosskämpfe. Diese sind die einzigen 3D-Abschnitte des Spiels und ihr startet immer mit dem Blick in eine andere Richtung als doch der Boss steht, welcher euch gleich attackiert. Ihr müsst also erst einmal herausfinden, wo der Halunke sich denn eigentlich befindet. Oft ist es dann schon zu spät und Duke ist, wenn ihr herausgefunden habt wo er ist, am Ende seiner Kräfte. Die Kollisionsabfrage bei den Bosskämpfen ist kaum vorhanden. Gerade bei dem letzten Gegner muss man oft Pixelgenau irgendwas treffen, ohne genau zu wissen was. Viele Waffen, wie der Raketenwerfer, lassen sich hier auch gar nicht abfeuern, obwohl ihr sie während des Kampfes findet und Duke automatisch zu dieser Waffe wechselt.
Überhaupt ist dieses automatische Wechseln der Waffe doch ein Manko. Gerade im letzten Abschnitt ist dies eigentlich euer größter Widersacher. Man findet oft den genannten Raketenwerfer, welcher sich in den 2D-Abschnitten abfeuern lässt, aber dann dauert es recht lange, bis man damit wieder schiessen darf. Dies ist natürlich nicht gerade toll, wenn von beiden Seiten noch 2-4 Gegner auf euch schießen. Ihr wollt die Waffe nicht? Egal, Duke hat sie berührt also wechselt er zum fünften Mal zu dieser Waffe und ihr müsst warten, bis ihr euch wieder vernünftig wehren könnt.
Leider gibt es doch recht viele Bugs, so ist mir das Spiel auch mehr als einmal abgestürzt. Ich habe gehofft, dass so grobe Patzer gar nicht möglich sind, wenn das Spiel schon ein Jahr später als geplant erscheint, aber da scheine ich mich geirrt zu haben.
Insgesamt gesehen hat mir das Spiel doch Spaß gemacht, aber ich würde ansonsten jedem von dem Spiel abraten, wenn er kein hardcore Duke-Fan ist. Es gab für "Duke Nukem Forever" inzwischen viele schlechte Wertungen, wozu ich mich auch noch äußern werde, aber bisher wurde wirklich ein Duke-Spiel so schlecht bewertet wie dieses.