Am Samstag war wieder eine Demo der Aktion Jugendkultur. Diesmal war die Demo nicht nur auf Karlsruhe beschränkt, nein, gleichzeitig fand die Demonstration auch in Köln und Berlin statt. Ziel der Demonstrationen ist es, einem Verbot von Computerspielen entgegen zu wirken. Nur weil jemand Videospiele spielt, ist er noch lange kein Amokläufer.
Ich schätze in Karlsruhe waren gut 450 Leute, worunter man auch sehr viele Piraten finden konnte. In Berlin wirkten die Piraten sogar irgendwie in der Überzahl.
Insgesamt würde ich sagen, dass die Demo sehr gut verlief. Umso trauriger stimmte mich dann die Berichterstattung von Sat1 und ProSieben.
Gleich am Anfang wird ein Spiel gezeigt, welches sowieso in Deutschland verboten ist. Direkt danach wird ein Spiel gezeigt, bei dem es eben nicht auf die Gewalt, sondern auf Taktik ankommt. Und nein, es wurde von den Psychologen noch nichts in der Richtung "Videospiele erhöhen die Bereitschaft zur Gewalt" bewiesen, eher im Gegenteil. Ich möchte gar nicht wissen, wieviele Menschen dies nun wieder glauben. Das war kein Bericht über die Demo, das war ein Bericht über das, was die Politiker zu dem Thema denken.
Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU), die wegen ihrer Initiative für ein Gesetz zu Web-Sperren gegen Kinderpornographie als Vorreiterin eines Internet-Zensursystems kritisiert wird, will eine Art von Benimm-Regeln für das Internet einführen. In Online-Netzwerken, Blogs und Chats müsse ebenso wie im Schulalltag ein "achtsamer und wacher Umgang miteinander" eingefordert werden, sagte von der Leyen in einem Interview mit der Rheinischen Post. "Mobbing im Netz kann nicht toleriert werden." Respektvoller Umgang müsse in Chats, Blogs oder Foren so selbstverständlich sein, wie man das auch im Schulalltag mit Streitschlichtern oder Vertrauenslehrern einfordere.
Vielleicht hat es jemand ja noch nicht mitbekommen, aber unter piratenspot.de läuft gerade ein Wettbewerb, dessen Ziel es ist möglichst gute Wahlwerbung für die Piratenpartei im Fernsehen zu machen. Mitmachen darf jeder, sofern er sich an die Regeln hält.
Viel Zeit ist zwar nicht mehr, aber ich bin gespannt was noch so kommen wird.
Diese Nachricht traf mich heute Morgen doch wie ein Blitz: Die Convention X-Treme 14 wurde abgesagt. Eine der beliebtesten LAN-Partys, wenn nicht sogar DIE beliebteste LAN-Party, Süddeutschlands ist somit nun auch betroffen von der ewigwährenden Diskussion um Videospiele.
Zitat aus der E-Mail:
Die traurige Mitteilung erreichte uns vorgestern von der Gemeindeverwaltung: Nach Karlsruhe und Stuttgart musste sich demnach auch Karlsdorf-Neuthard dem Druck von oben und der Institutionen beugen.
Uns wurde überraschender Weise auferlegt, die Veranstaltung ohne die so genannten "Killerspiele" (worunter auch CS und sogar Warcraft fällt) durchzuführen, was somit einer Absage gleichkommt.
Leider haben unsere Bemühungen und die des Bürgermeisters auf der vergangenen Veranstaltung, das Lanparty-Image ins richtige Licht zu rücken, nicht gefruchtet. So wurde auch die CXT "Opfer" der Hetze gegen die Lanpartyszene.
Genau hier fühle ich mich nun auch regelrecht "verarscht". Denn auf der letzten Convention X-Treme saß der Bürgermeister noch vor uns und sprach von Verständnis und Einsatzbereitschaft um solche Veranstaltungen am Leben zu halten. Davon ist ja nun scheinbar nicht sonderlich viel geblieben.
Was allerdings auch sehr interessant ist: Im selben Monat veranstaltet der Schützenverein Karlsdorfein Jugendturnier. Ja, richtig. Hier lernen sogar unter 14 jährige wie man mit Waffen umgeht. 12 jährige die schon mit Luftgewehren schiessen können sind natürlich nicht so schlimm wie erwachsene Menschen (Mindestalter beträgt 18 Jahre) die zusammen am Computer spielen.