Tuesday, 25. September 2007
Tuesday, 25. September 2007
Heute möchte ich mich outen. Ich war einmal süchtig... süchtig nach Maggi-Würze. Aber seit gut einem Jahr bin ich von meiner Maggisucht geheilt. Davor habe ich fast täglich meinen Schuss Maggi gebraucht, sehr zum Missfallen meiner Mitmenschen. Trotzdem, oder gerade deswegen, lese ich immer wieder gerne diese Geschichte eines Suchtkollegen.
Meine Lieblingsstelle dieser Geschichte:
Da war ich schon vor dem Discounter angekommen, stieg von meinem Fahrrad ab, das einfach umfiel, und stürzte hinein. Das Regal mit den Maggiflaschen hätte ich wohl blind gefunden. Da standen sie auch schon, säuberlich aufgereiht, so viel Maggi, so viel herrliches Maggi! Ich griff gleich nach einer der normalen Flaschen, dann fiel mein Blick auf so eine große, die man zum Nachfüllen der kleinen Flaschen verwendet, und meine Hand schloss sich um ihren schlanken braunen Hals. Wie von Sinnen riss ich den Deckel ab. Zum Vorschein kam eine Art gelber Einfüllstutzen, der für die Umfüllaktionen verwendet wird. Unter Flüchen kriegte ich auch den ab, und setzte die sicher einen Kilo schwere Flasche an meinen Mund an.
Der erste, tiefe Zug schmeckte wie die Erfüllung, wie das Paradies, es war überaus salzig und grausig würzig, aber das hatte ich gebraucht, oh ja, mehr davon! Der zweite Zug ging dann schon etwas schwerer herunter, und beim dritten, tieeefen Zug meldete sich mein Magen und machte einen krampfigen Sprung nach oben. In meinen Ohren pfiff es, da kam auch schon der nächste Krampf. Offensichtlich wollte mein Magen, der Banause, diese göttliche Brühe nicht bei sich behalten! Zum Trotz nahm ich noch einen vierten, fast nicht enden wollenden Schluck aus der Flasche. Hier zog dieser blöde Magen alle Register und ich wurde von einem Krampf regelrecht überrollt. Mir schoss Maggibrühe zurück in meinen Mund, den ich glücklicherweise mittlerweile geschlossen hatte, doch die nächste Magenkrampfwelle war so überwältigend, dass drei Dinge gleichzeitig passierten. Erstens konnte mein Mund den Druck des anbrausenden Maggis nicht mehr halten, sodass ich all das bräunliche göttliche Zeug ausspucken musste, zweitens hielt es mich nicht mehr auf meinen Beinen, und drittens wischte ich im Fallen mit einer Armbewegung einen Großteil der kleinen Maggiflaschen aus dem Regal, sodass sie mit mir auf den gefliesten Boden knallten und einige von ihnen auch zerplatzten und ihren dunkelbraunen Inhalt nach außen vergossen.
So fand mich auch Conchita vor, die mir im Auto eines Kommilitonen gefolgt war. Ich lag stöhnend und ab und an einen Mundvoll Maggi von mir gebend in einer Pfütze aus brauner Soße, vermischt mit braunen Glasscherben. Um mich hatten sich einige Einkäufer versammelt, und eine Pennymarkt-Angestellte in rotem Oberteil redete auf mich ein.
Herrlich.
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